Samstag, 24. Juni 2006

Zeugnisse

Gestern war bei uns Zeugnistag...ein Tag, der für mich mit vielen negativen Erinnerungen an meine eigene Schulzeit verbunden ist.
Für mich war jeder Zeugnistag ein Tag des Grauens. Ich war bestimmt nicht schlecht in der Schule, hatte ( bzw. habe ) aber eine sehr ehrgeizige Mutter, die in Bezug auf schulische Dinge sehr viel Druck ausgeübt hat. Es war schwer, ihren Ansprüchen zu genügen und je mehr Druck sie machte, desto schlechter wurden meine schulischen Leistungen. Ich bin mir sicher, dass darin auch meine Prüfungsangst, von der ich letztens schon mal geschrieben habe, begründet liegt.
Der Tag, an dem es Halbjahreszeugnisse gab, fiel immer mit meinem Geburtstag zusammen und hatte Auswirkungen auf die Geschenke und den Tag als solches...
Der Zeugnistag im Sommer hat mir regelmäßig die Ferien versaut, weil es wochenlang nur ein Thema gab oder ein geplanter Urlaub abgesagt und stattdessen für die gesamte Ferienzeit ein Nachhilfelehrer engagiert wurde.

Als mein Sohn in die Schule kam, habe ich mir geschworen, dass er diese Angst vor einem Zeugnistag nie erleben sollte.
Mal abgesehen davon, dass ich, im Gegensatz zu meinen Eltern früher, seine Zensuren immer vorher schon weiß, wird bei uns zwar gemeinsam das Zeugnis analysiert, aber danach wird es weggepackt und dann sind Ferien.
Jedes Zeugnis wird in irgendeiner Form "belohnt", sei es mit einer gemeinsamen Unternehmung oder einem kleinen Geschenk...ganz egal, wie das Zeugnis ausfällt.

Und ich bin sicher, dass mein Sohn keinen einzigen Zeugnistag in negativer Erinnerung hat.

Klarheit...

was meinen Job angeht, habe ich inzwischen.
Als ich am Mittwoch zur Arbeit kam, habe ich direkt die Frau von meinem Chef angesprochen, die zufällig gerade da war. Sie und mein Chef hatten schon bemerkt, dass ich in dem Betrieb, in dem ich seit Anfang Juni bin, auflebe und mich wohlfühle...hatten auch schon meinen direkten Vorgesetzten gefragt, ob er mich da behalten möchte und haben dann entschieden, dass ich nicht in meinen alten Betrieb zurückkehre.
Ich habe mich wirklich darüber gefreut...und freue mich immer noch. Nach den etwas mehr als 3 Wochen, die ich dort jetzt arbeite, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dass es mal anders war oder wieder anders sein könnte.

Meinen Urlaub bekomme ich zwar, aber nicht ganz so, wie geplant. Statt am 24. Juli gehe ich nun erst am 1. August...eine Woche später also. Das ist für mich aber völlig ok.
Letztendlich hat sich damit auch die familiäre Urlaubsplanung erledigt. Wir werden hier bleiben und uns eine schöne Zeit machen. Möglichkeiten gibt es genug....und das schöne und wichtige ist doch die Zeit, die wir gemeinsam verbringen können. Die Kinder fahren jeweils eine Woche alleine weg...der Große mit der Oma an die Ostsee, die Kleine für eine Woche ins Zeltlager. Ein gemeinsamer Urlaub wird auf nächsten Sommer verschoben.

Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass den Kindern ein großer Urlaub gar nicht so wichtig ist...

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